Der Weg in den Minimalismus


 

Minimalismus hat nichts mit Wohnkatalog Mentalität zu tun. Minimalismus ist eine Lebenseinstellung, mit Wenigem das Beste zu erreichen, dar zu stellen und zu leben.

Nach der Aufräumphase über 7 Jahre, mit zwischenzeitlich wiederkehrendenSammelleidenschaften, ist für mich, der Minimalismus, der unausweichliche Werdegang.

Die Optimierung der Lebensbereiche und daraus resultierenden Übersichtlichkeit, schärfen das Auge für das Wesentliche. Das persönliche Ästhetikempfinden wird geschult, indem im privaten Bereich die Ablenkung vom Wesentlichen reduziert wird (aufräumen, entmüllen).

Der Gedanke minimalistisch zu leben, entwickelte sich 2008. Ein Jahr nachdem ich von der Insel zurück in die Großstadt gezogen bin. In der Großstadt gestaltet sich das Leben komplex und erfordert maximale Flexibilität. Flexibilität heißt, schnell durchdachte, passende Entscheidungen zu treffen. Und das gelingt durch Reduzieren von Ablenkungen in allen Lebensbereichen.


Die Regeln, die ich auf diesem Weg befolge, sind auf den vorherigen Seiten beschrieben:

  • Alles hat einen, ihm zugeordneten Platz

  • Für ein angeschafftes Teil geht ein anderes

  • Eine Nacht über eine Kaufentscheidung schlafen, eventuell mehrere Nächte

  • Bevor ein Neukauf stattfindet, die Reparatur einer Sache in Erwägung ziehen. Hochwertige Dinge repariere ich oder verkaufe sie defekt zu einem immer noch gutem Preis (mit Angabe d. Defekts).

  • Nur Dinge, die ich richtig mag, haben in meinem Haushalt etwas zu suchen und das gilt für alle Bereiche.

 

Geliebte Dinge können durchaus auch Sammlungen sein. Mein Großvater war Philatelist und sein Faible für, in Rinnsteinen und auf Spaziergängen gefundenen Streichholzschachtelmotiven, war enorm. Akribisch löste er die Motive in einer Wasserschüssel, trocknete und kategorisierte sie nach Themen. Mit 7 Jahren hatte er die begeisterte Mitstreiterin in mir und ich war stolz, meinem Großvater die ersten Streichholzschachtelmotive aus Dänemark mit zu bringen. Heute gibt es diese Sammlungen nicht mehr, wo immer sie auch geblieben sind. Geblieben ist die Erinnerung an die Freude, die mein Großvater und ich teilten und das belustigt, grollende Gesicht meiner Großmutter, wenn Werner wieder mit angeschmutzten Streichholzschachteln nach Hause kam.


 


 

 

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