Kurioses März 2004

 

Ich hatte die Angewohnheit Feuerzeuge an mehreren Orten in der Wohnung zu deponieren. Aus der Angst heraus, irgendwann für meine heiß geliebte Zigarette kein Feuer zu haben. Es gab tatsächlich Situationen, wo ich mir am Toaster Feuer holte.

Im Zuge der Entrümpelung sammelte ich sie aus Buffetschubladen, der Schreibtischschublade, den Schuhkartons mit Andenken aus grauer Vorzeit,

aus meinen Rucksäcken, Handtaschen, Einkaufsbeuteln  aus dem Automittelfach, sowie Handschuhfach, aus Jacken- und Manteltaschen.

 

Die Aktion ergab 23 Streichholzschachteln und 57 Feuerzeuge. Da ich mir grundsätzlich Motivfeuerzeuge kaufte, kann ich folgende Rechnung aufstellen: 1 Euro x 57.

 

Heute (2010), liegen höchstens 5 Feuerzeuge in einer Schublade.

 

Ausmisten ist die Chance, sich mit den eigenen Ängsten auseinander zu setzen. Ausmisten ruft Verlustängste hervor. Der Eindruck entsteht, es werden Teile meines Selbst entsorgt. Was passiert, wenn etwas, was doch zu mir gehört, verschwindet?

Ohne diese Teile verschwinden positive und negative Empfindungen. Stimmt nicht. Habe ich ein Teil gemocht, positive Erinnerungen daran, habe ich die Wahl es zu behalten oder es jemanden zu geben, der Freude daran hat.

Negativ besetzte Teile haben grundsätzlich nichts in meinem Haushalt zu suchen. Egal wie hoch ihr materieller Wert, ihr Anschaffungswert oder dadurch mein ``Ansehen´´ bei anderen Menschen ist.

 

Ausmisten schafft Klarsicht, Weitsicht, innovatives Denken und Bewusstwerden der Ist-Situation im Leben.

Es hilft Prioritäten zu setzen.

 

 

In den ersten Monaten des Aufräumens wollten urplötzlich Verwandte, Bekannte, Freunde und Nachbarn, ihre ``wertvollen´´, noch zu gebrauchenden Gegenstände bei mir loswerden.

Das wiederholte sich von Zeit zu Zeit während der Entsorgungsaktionen.

Da hilft nur ein klares Nein.

 

Heute, 2010 (7 Jahre nach dem Aufräumstart), gibt es derlei Anfragen nicht mehr.

Die Menschen wissen, brauche ich für einen anderen Menschen etwas, frage ich nach.

 

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