Tagebuchauszüge aus dem Jahr 2004

 

Vor Wochen war die Liste für den Antikmarkt erstellt. Mein Ältester schenkte mir den Transport der Sachen zum Geburtstag.

Um 6.30h hatten wir die Sachen aufgestellt und um 7.45h war ein Grossteil des Kleinkrams verkauft. Sicherlich würden diese Sachen bei längerer Recherche noch mehr Geld gebracht haben. Nur diese Variante erleichtert das Loslassen.

Um 10.30h packten wir den Rest zusammen. Ein paar Teile nahmen mir die Kinder noch ab und der Mittlere verkauft jetzt bei eBay (das Geld ist dann für ihn).

 

Nach Abzug der Standkosten gab es ein Plus von 500 Euro. Für Dinge, die teilweise 15 Jahre in Kartons lagen. Für Staubfänger, die innerhalb der Wohnung immer mal wieder umzogen. Und Sachen, die mich an Situationen in meinem Leben erinnerten, auf die ich keinen Wert mehr legte.

 

Ein altes indianisches Sprichwort sagt:

Ein Mann sollte nur besitzen, was ein Mann auch tragen kann.

 

Zuhause angekommen, gab es einen großen Müllsack voll Verpackungsmaterial zu entsorgen.

Im Keller fiel mir der nächste Junk auf: Alte Farbeimer vom letzten Sommer, ein Kleisterquast, nicht mehr zu gebrauchen. Schriftstücke, die in den Müll gehörten. Ich entschied mich, den Rest unverkaufter Gläser auch gleich zu entsorgen.

 

Meine Nachbarn unterbrachen meine Arbeit und das Gespräch kam auf das Ausmisten.

Sie erzählten von 30 Jahre alten Kontoauszügen und die Frau wünschte sich nichts mehr, als ihr Familiengerümpel weg zu zaubern.

Ich gab ein paar Starttipps.

 

Meine Wohnung sieht völlig anders aus, als noch vor einem Jahr. Im Wohn- und Schlafzimmer nehmen die selbstgemalten Bilder den Raum ein und ich genieße es.

Die Küche ist noch übersichtlicher geworden, im Bad war aufgrund seiner Größe sowieso kein Chaos möglich.

Das ehemalige Kinderzimmer dient zur Kleider- und Schuhaufbewahrung. Und gestern kam mir der Gedanke, evtl. in eine kleinere Wohnung mit Dielenfußboden und Vollbad zu ziehen.

Nicht, wie noch vor kurzem der Gedanke an ein kleines Haus.

Ich fahre lieber Fahrrad als zu putzen.

 

Gestern war der 1. März und ich überprüfe diesen Monat meine Kleidungsgewohnheiten. Alle getragenen und dann gewaschenen Sachen werden sichtbar auf zwei Stühlen gesammelt. Was ich dann nicht mehr brauche und mag, geht in die Altkleidersammlung.

 

Letzten Monat habe ich alle nicht gebrauchten Sparbücher meiner Sparkasse gekündigt. Sie waren teilweise über 20 Jahre alt. Das ergab 200 Euro. Das nicht verwendete Girokonto ergab 37 Euro.

Heute, am 2. März habe ich das Postsparbuch aufgelöst: Ergebnis 72 Euro. Es war über 7 Jahre alt.

 

Anmerkung: In diesem Jahr habe ich dann eine wunderschöne Wohnung angemietet.

 

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